Die Sehnsucht ist groß, wenn man daran denkt, dass wir das letzte Mal 2022 in dieser wundervollen Stadt waren. Also war es endlich wieder Zeit, nach Bangkok zu fliegen. Schon der Weg dorthin hatte etwas Besonderes: Beim Landeanflug in Wien aus großer Höhe die Donau und die schneebedeckten Berge zu betrachten, war einfach wundervoll. Ein stiller Moment über den Wolken, bevor das nächste Abenteuer beginnt.
Es war wie ein Nachhausekommen, als wir am Suvarnabhumi Airport die erste thailändische Lautsprecherdurchsage hörten. Der Flughafen war wahnsinnig voll, aber die Thailänder sind extrem effizient. So saßen wir nach nur 25 Minuten schon im Zug in die Innenstadt. Über der Region hing dichter Smog. Kein Wunder bei diesem Verkehrschaos auf den Straßen.
Wir wechselten vom Zug in die Metro und kamen in unserem Stadtteil Silom an. Ins Hotel zu gehen, war noch keine Option. Erst einmal wollten wir ins Einkaufszentrum Samyan Mitrtown direkt an der Sam Yan Station schauen, was es dort für uns gibt. Nur schauen war jedoch keine Option. Wir lieben den asiatischen Kleidungsstil und deckten uns erst einmal mit luftigen Klamotten ein, bei schließlich 35 Grad Celsius eine sehr gute Entscheidung.
Den besten Ausblick hat man vom Dachgarten des Einkaufszentrums. Hier kann man der lauten Großstadt mit einem eiskalten Getränk aus dem nahegelegenen 7-Eleven für einen Moment entfliehen. Der Geruch der Garküchen steigt jedoch bis nach oben. Kaum in der Stadt angekommen, waren sie wieder da – die Köstlichkeiten Thailands. Am liebsten hätten wir alles auf einmal probiert.
Bereits auf den ersten Blick, nur in unserem kleinen Stadtteil, hat sich Bangkok in den letzten Jahren wieder deutlich verändert. Beim letzten Besuch dachten wir noch, die Stadt habe sich japanisiert. Doch jetzt, da wir Shanghai und China kennen, wirkt es ganz klar wie eine Chinaisierung. Überall gibt es Milchteeläden, Hot Pot Läden, angesagte Restaurants und Shops, genauso, wie man sie weiter nördlich findet.
Leider verschwinden damit auch immer mehr der ursprünglichen, alten thailändischen Straßen. Wir lieben dieses Unaufgeräumte, das nun immer öfter neuen Straßenzügen weicht. Allerdings entdeckt man sie noch, diese kleinen Dörfer mitten in der Stadt, als uns unser Weg durch einfache Wohngebiete zu unserem Hotel führte. Hier und da krähte ein Hahn, eine Katze lag träge vor einem Hauseingang. Menschen kümmerten sich um ihre kleinen Gärten in Tontöpfen, und Kinder rannten durch die Gassen.
Wir warfen im 18. Stock unseres Hotels unser Gepäck ab, bestaunten die grandiose Aussicht von hier oben und zogen wieder los, um die Stadt zu entdecken. Und auch wenn wir bereits viermal hier waren, findet man jedes Mal etwas Neues. Bangkok ist ein Moloch. Man kann es hassen oder lieben. Unsere Entscheidung ist dabei klar.
Wir lieben dieses Chaos, besonders am Abend: die untergehende Sonne entlang der Hochbahntrasse, die Gerüche, die diese Stadt umhüllen, und die unzähligen Lichter. Für unsere Verhältnisse hat es ziemlich lange gedauert, bis wir das erste Mal auf Plastikhockern neben einem Mülleimer in einer kleinen Garküche unsere erste Suppe aßen. Es war laut, Mopeds brausten vorbei, die Hochbahn ratterte über uns hinweg, aber für uns war es der schönste Moment des Tages.
Der nette Herr von der Garküche wollte uns eine Gabel in die Hand drücken. Brauchen wir nicht. Wir sind hier zu Hause und selbst wenn wir nicht hier sind, essen wir mittlerweile auch daheim vieles mit Stäbchen.
Das Verkehrschaos lässt sich am besten meistern, indem man einfach mitgeht. Eine Straße zu überqueren, schien zu Beginn unseres Reiselebens in Asien noch ziemlich abenteuerlich. Heute läuft man einfach los. Der Verkehr fließt einfach und es passiert nichts.
In unserer Gegend fällt auf, dass es immer mehr Thai-Massage-Salons gibt, vor denen die Mitarbeiter draußen sitzen und auf Kundschaft warten. Auch die Cannabis-Geschäfte nehmen zu. Dort sitzen die Menschen ebenfalls draußen und rauchen entspannt ihren Joint. Drinnen findet man in riesigen Glasbehältern das grüne Gold. So etwas bei uns - kaum vorstellbar.
Wir ließen an diesem Abend Bangkok einfach auf uns wirken, schafften tatsächlich noch über 25.000 Schritte und entdeckten allerhand Skurriles. Zum Beispiel kann man im 7-Eleven eine Colaflasche aus dem Kühlschrank nehmen und in eine Maschine stecken, die daraus Eis macht. Verrücktes Asien. Der erste Tag, wieder hier zu sein, fühlt sich wirklich an wie Ankommen zu Hause.
































