Samstag, 14. Februar 2026

Bangkok im Wandel …


An Schlaf ist hier wirklich kaum zu denken. Um 6.45 Uhr hat bereits der Pool gerufen, weil er um diese Zeit noch leer ist. Es war toll, zum Sonnenaufgang über den Dächern von Bangkok zu schwimmen.






Was hier ebenfalls fantastisch ist, ist das Busfahren. Man ist zwar eine Ewigkeit unterwegs, weil die Stadt völlig verstopft ist, aber man sieht unglaublich viel und bekommt ganz nebenbei eine kleine Stadtrundfahrt. Es ist eine gute Perspektive, um Bangkok in all seinen Facetten aufzunehmen. Am Morgen werden die Garküchen auf den Bordstein geschoben. Überall brutzelt und dampft es. Menschen ziehen geschäftig durch die Straßen. 





Verrückt ist es, wenn man von oben auf die Autos schaut: Man sieht niemanden. Teilweise sind die Scheiben rundherum so schwarz getönt, dass man darin vermutlich sogar nackt fahren könnte, ohne gesehen zu werden. Und was wir nicht verstehen: Hier stehen überall Leihfahrräder, ähnlich wie in Shanghai, die man sich mieten kann. Wer hier Fahrrad fährt, muss lebensmüde sein.





Unser Ziel war der Or Tor Kor Markt, um zu frühstücken. Die großen Auslagen von Mangos, Pomelos, Ananas und Wasserapfeln erschlagen einen fast. Wenn wir in Bangkok sind, ist das am Samstag immer unsere erste Anlaufstelle, denn ganz in der Nähe findet der große Wochenendmarkt statt, der Chatuchak-Markt. Mit rund 15.000 Marktständen gilt er als einer der größten Märkte Asiens.





Wir quetschten uns also mit unzähligen anderen Touristen über das riesige Gelände. Wirklich etwas Interessantes fanden wir diesmal allerdings nicht. Vielleicht hat sich unser Geschmack verändert. Die Masse an Elefantenhosen war für uns jedenfalls noch nie besonders interessant.




Da wir noch nicht genug hatten, sind wir mit dem Bus weiter in die Sampeng Lane gefahren. Eine etwa einen Kilometer lange, schmale Gasse, vollgestopft mit chinesischen Waren. Doch zuvor gab es erst einmal Mittagessen am schönen Ong Ang Kanal, auf einem Plastikhocker und mit einem eiskalten Chang-Bier. 




Auf dem Markt hat sich wirklich nichts verändert. Man kommt kaum voran, ständig werden riesige Handkarren durch die schmalen, schwer passierbaren Wege geschoben, und hin und wieder quetscht sich noch ein Motorrad hindurch. Tatsächlich entdeckt man hier ab und zu noch etwas, das man gebrauchen kann, während man sich zwischen den unzähligen Auslagen, kleinen Getränkeständen und Garküchen hindurchschiebt, die sich entlang des winzigen Weges drängen.




Wir befinden uns nun im Umkreis von Chinatown. Und erstaunlicherweise entdecken wir immer wieder neue Ecken oder wir sehen sie einfach mit anderen Augen. Bangkok ist verdammt wandelbar. Zumindest liefen wir durch etwas abgeranzte chinesische Wohngegenden mit Street Art, futuristisch-lebensgroßen Transformers-Figuren und großen Bodhibäumen. Wahrscheinlich wird es nicht mehr lange dauern, bis auch hier moderne Gehwege entstehen.





Wir brauchten eine Pause, schließlich war der Rucksack voll. Der Weg führte uns entlang eines Klongs. So nennt man hier in Bangkok die Kanäle. Dieser war allerdings kein idyllischer Wasserlauf, sondern eher ein Abwasserkanal. Anscheinend fließt hier vieles in diese Gewässer und das roch man deutlich.




Sobald es draußen dunkel wurde, bekamen wir Hunger. Dafür muss man hier wirklich nicht weit laufen. Wir landeten in einem kleinen Restaurant mit Stühlen auf dem Bordstein. Leider nahm man unsere Bitte nach „ganz, ganz wenig scharf“ nicht allzu ernst. Ich habe selten etwas so Scharfes gegessen. Wir schwitzten, wir hechelten und tupften uns immer wieder den Schweiß aus dem Gesicht. Wahrscheinlich werden wir noch eine ganze Weile etwas davon haben. Danach war ein Roti, ein gebratener Pfannkuchen mit Ei, Bananenfüllung und süßer Kondensmilch, genau das Richtige, um die Schärfe im Mund wieder zu besänftigen.




Nicht jede moderne Veränderung hinterlässt einen Schatten, zumindest nach unserem Geschmack. Denn wir besuchten wir die Central Mall, die den gigantischen Dusit Arun Skypark beherbergt. Dabei handelt es sich um eine dreistöckige Aussichtsterrasse mit Blick auf den Lumpini Park. Am Abend herrscht hier eine besondere Stimmung. Auf dem großen Hauptplatz findet sogar Kino statt. Heute lief Notting Hill. Man fühlt sich fast wie in einem Dschungel, wenn man die beleuchteten Plankenwege entlanggeht. Überall glitzern Lichterketten und der Blick schweift weit über die Stadt. Ein wirklich fantastischer Ort.





Bei all dem Wandel der Stadt hat sich eines leider nicht geändert. Das sind die Straßenzüge mit Bars, vor denen unzählige freizügig gekleidete Thai-Damen und Herren stehen und einem unablässig zweifelhafte Shows anbieten. Geht man daran vorbei, taucht man zunächst in eine dichte Cannabiswolke ein, ganz ohne etwas dafür bezahlt zu haben.