Donnerstag, 2. August 2018

Macau - altes Europa, neues Asien...

Abfahrt in Central 

Was für ein Tag, der nun zu Ende geht und der neue fast anbricht. Nach 37081 Schritten und 27 km (neuer Rekord) können wir behaupten Macau gesehen zu haben. Aber erstmal von vorn. Heute mussten wir erstmals zeitig aufstehen. Dabei tat es uns schon ziemlich leid das tolle Hotel verlassen zu müssen.



Unsere Fähre 








Brücke nach Taipa 

Der erste Weg führte zum Fährterminal, welches sich gleich um die Ecke befand. Man denkt ja: hingehen, Ticket kaufen, einsteigen, los fahren, aussteigen, fertig! Aber nein. Erstmal muss man sich in dem riesigen 3 stöckigen Gebäude zurecht finden, den Massen an Menschen morgens 8:15 Uhr ausweichen, den richtigen Schalter finden und dann noch den richtigen Hafen ansteuern.




Es war so brechend voll, dass obwohl alle 15 min eine Fahrt nach Macau geht, wir noch 45 min warten mussten. Also erstmal Frühstück besorgen. Und aufeinmal war die Zeit ziemlich knapp, da man ja noch durch die Passkontrolle muss. Dann noch das richtige Gate mit der Abfahrtszeit suchen. Als nächstes öffnete ein Schalter. Was tun wir jetzt? Ah, OK die Sitznummer wird vergeben.
A Ma Temple 



Maurenbaracken 
Wir fragen uns im Nachhinein auch, warum wir uns diesen Stress angetan haben, schließlich kann man für 430€ per Helikopter fliegen. Aber wir wollten eben auf konventioneller Art nach Macau reisen. In Zukunft kann man die Strecke auch über eine Brücke fahren. Diese ist dann mit über 50 km die längste Meeresbrücke der Welt. In der futuristisch aussehenden Fähre war es sehr bequem und man saß wie in einem Flugzeug mit 2er und 4er Reihen. Für uns gab es einen Fensterplatz.

Lilau Square 

St  Lawrence Church 

Regierungsgebäude


St. Joseph Church 

Wir schlängelten uns durch die Inselwelt Hongkongs und fuhren direkt an Lantau vorbei, wo wir unseren letzten Aufenthalt haben werden. Binnen 45 min erreichten wir das nächste Sonderverwaltungsgebiet Chinas und mussten erneut zur Passkontrolle. Als wir das Terminal verließen, erschlugen uns fast die vielen kostenlosen Shuttlebusse der Casinos.
Dom Petro V Theater 

Grand Lisboa Casino 



Wir suchten uns den Stadtbus und waren binnen weniger Minuten in der Altstadt bei unserem Hotel angekommen. Rucksäcke abwerfen und los. Erstmal Getränke einsacken. Das tolle ist, das man hier mit Hongkong Dollar bezahlen kann und bekommt zurück, was man verlangt. Also auch Macau Dollar. Der Kurs ist zwar etwas schlechter, aber angesichts der Tatsache, dass es hier etwas günstiger ist, macht das gar nichts.


St. Dominic's Church 




Im Macau scheinen die Garküchen noch nicht von der Straße verbannt worden zu sein, wie in Hongkong. Das macht immer einen besonderen Reiz aus. Außerdem fahren hier sehr viel mehr Motorroller, was angesichts der engen Gassen Sinn macht. Macau ist auch nicht mehr ganz so aufgeräumt und steril wie Hongkong Island.


Porkchop Bun, üblich für Macau

Ruinen von St. Pauls 


Es ist schon erstaunlich, dass selbst McDonald's andere Dinge führt, wie eine Stadt, die Luftlinie 50 km entfernt ist. Hier gab es zum Beispiel Lychee Punsch. Sehr lecker. Betreten tun wir diese Einrichtung übrigens nur für Eiskaffee und einen Toilettengang.





Museum Macau 
Die Stadt oder zumindest das wahre Macau hat schon ein sehr europäisches Flair mit ihren kolonialen Bauten. Auch die Menschen sehen total anders aus. Man würde denken ein Einwohner von hier, käme aus Südamerika. Sie sehen überhaupt nicht aus wie Chinesen. Auch scheinen sie sehr viel freundlicher wie die Einwohner Hongkongs zu sein. Und die waren es auch schon. Aber eines haben sie alle gleich: hochziehen und ausspucken. Es gibt sogar mancherorts Schilder, die dies verbieten. 


Monte Fort 


Lou Lim Loc Garden 
Die Fortbewegung zu Fuß ist relativ einfach. Zebrastreifen dürfen auch als solche genutzt werden und Autos müssen halten. Da waren wir nun in der wunderschönen Altstadt Macaus, welche wohl fast mehr chinesische Touristen aufweist, wie sie Einwohner hat. Es ist überwältigend hier. Das Terrain ist ziemlich bergig mit unzähligen Gassen, Kirchen und kleinen idyllischen Plätzen, wo man schattig unter großen alten Bäumen sitzen kann. Tempelanlagen und Forts runden das Bild ab. 


Miniseilbahn auf den Guia Hill 




Besonders schön sind auch die Parks, welche überall in der Stadt verteilt liegen. Sie sind so liebevoll mit Teichen und Pagoden angelegt. Bereits am Rand der Altstadt befinden sich einige imposante Casinos, die denen in Las Vegas gleichen. Goldene Fassaden, skurrile Architektur - man kann sich gar nicht satt sehen. 

Javaapfel


Grand Lisboa Casino 

Ferreira do Amaral 
Kurz bevor die Sonne unterging, stiegen wir in einen Bus nach Coloane, die einstige kleine Fischerkolonie. Zuerst ging die Fahrt über eine der drei kilometerlangen Brücken, die das Festland Macau mit der Insel Taipa verbinden. Dann, mitten im Nichts, fuhren wir in einen Wohnpark, der aus ca. 25 Hochhäusern bestand. Supermärkte, Schulen, Ärzte, Parkhäuser und Bus Terminal. Das alles für schätzungsweise 100.000 Menschen. 
Busfahrt auf Chinesisch 

Colaene mit Blick auf China 

Francis Xavier Chapel 

Studio City 
Der Bus drehte noch eine Runde an der Grenze zu China vorbei, dass übrigens nur durch den Xijang River von Macau getrennt liegt und fuhr dann nach Coloane. Ein toller Ort. Sehr idyllisch mit Uferpromenade, kleinen Gassen und einer Kapelle. Von hier hat man die beste Sicht auf das "Nachbarland". Nach einem sehr guten Essen stiegen wir erneut in den Bus und fuhren zurück nach Cotai, besser gesagt auf den "Strip". Wie in Las Vegas ist dies eine riesige lange Straße mit megagroßen Hotel-bzw. Casinoanlagen. 



Cotai Strip 

The Parisian 

Ich war noch nie in Las Vegas und Macau wird oft das kleine Vegas genannt. Klein? Es war der Wahnsinn und eigentlich nicht in Worte zu fassen, was man dort sieht und erlebt. Das tolle ist, dass man überall normal rein spazieren kann. Innen ist es fast noch gewaltiger. Mamor, Alabaster, Gold (zumindest die Farbe) soweit das Auge reicht. 







Die Casinos sind thematisch angelegt. So gibt es das Studio City mit eingelassenem Riesenrad in mitten der Fassade auf dem 23. Stockwerk. Daneben steht das Parisian mit einem Eiffelturm, der bis in dem 37. Stock reicht. Dieses Hotelcasino hat übrigens 3000 Zimmer. Geht man weiter steht man vor dem Venetian mit Seufzerbrücke, Dogenpalast, Markusdom und Kanälen. 



Uns packte es und wir betraten das Parisian, gingen zum Ticketschalter und waren in 55 Sekunden auf dem Eiffelturm. 150 Meter hoch über Macau zu stehen und die Casinos um sich herum zu bestaunen, war ein Glücksgefühl, ohne beim Roulette zu gewinnen. Obwohl ich anfangs ziemlich Panik hatte. Am Ende sprach uns noch ein Mädchen aus Taiwan an, was zu Hause Deutsch lernt und uns verstanden hat.





The Venetian 

Wir waren 15 Stunden auf den Beinen und mussten uns nun endlich von der Stadt der Superlative trennen. Also ab zur Bushaltestelle - Sackgasse mit Umleitung. Wir überquerten den riesigen Kreisverkehr oberirdisch und suchten den nächsten Bus. Es kam ewig keiner. Also nahmen wir den Erstbesten. Der Fahrer verstand uns nicht. Nach einer kleinen Irrfahrt ging es dann doch noch Richtung Macau und den Rest zu Fuß.










Senado Square 


merkwürdiger Geschmack 

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