Samstag, 25. Juli 2015

Dschungel Marsch und durch die Nacht...

Durian Frucht 

Heute morgen würde ich Punkt 7 unsanft aus dem Bett geworfen. Neben meiner Hütte steht eine Schule und damit die Kinder dieses riesige Bauwerk nicht verfehlen bzw. pünktlich da sind, wird in Discolautstärke malaiische Musik gespielt. Und als das vorbei war, sprachen Kinder zum Appell durch die riesigen Lautsprecher. Wieder etwas malaiische Lebensart kennengelernt.












Litchi Baum 

Masheer Chalet 











Um 9 Uhr war Abfahrt zum Canopy Walkway, der längste der Welt. Genauer gesagt, sind das kleine Hängebrücken, die zwischen den Baumwipfeln hängen in ca. 20 m Höhe. Gill hat mir schon gesagt, dass es ziemlich beängstigend ist, vor allem, wenn jemand denkt er muss sich extra hin und her schwingen. Ich mit meiner Höhenangst. Bis dahin wusste ich aber noch nicht, dass das das kleinste Übel sein wird.

Canopy Walkway 

Wir fuhren mit dem Boot paar hundert Meter flussaufwärts. Dort begann der Aufstieg zum Walkway. Nur Treppen rauf. Dort angekommen durften immer nur drei Leute auf eine Hängebrücke, die übrigens nur mit normalen Seilen und Knoten befestigt waren. Ich hatte Schiss, denn es waren 40 m in denen ich wie Tarzan durch die Baumwipfel schwang. Aber einmal losgelaufen, gab es kein zurück mehr.



Was ich vorher nicht wusste, war, dass wir noch weiter hoch auf den höchsten Berg des Taman Negara gehen, der bei ca. 2200 m Höhe liegt. 2 km ging es entweder über Treppen oder Urwald Gestrüpp bergauf. Ich war tot. Mein Stirnband konnte ich schon nach der Hälfte der Strecke auswringen (oder wie man das schreibt).















Ich hab mich glaube ich, noch nie so an meine Grenzen gebracht. Fotos machen war auch kaum noch möglich, da die Kameralinse bei der Feuchtigkeit ständig beschlug. Die Tour durch den Nebelwald in Kolumbien war nichts dagegen. Von oben konnte man den ganzen Nationalpark sehen -  das war sie also, die grüne Hölle.





Und dann ging es wieder runter, 2.5 km Treppen abwärts. Überall waren Erdlöcher der Taranteln, aber bloß gut wurden die bereits von anderen Wanderern verscheucht. Nach 2,5 h sahs ich im Boot zurück nach Kuala Tahan. Ich schlief auf den paar Metern sofort ein. Ich bzw. wir alle waren von oben bis unten nass und fertig. Vielleicht hätte ich auch mal was essen sollen, aber darauf hat man hier überhaupt keine Lust.

Mittagessen für insgesamt 1,40 €
Aber das tat ich dann erstmal und holte mir in einer Garküche im Ort Reis mit spicy Hühnchen. Das Wort spicy machte alle Ehre, denn ich spuckte Feuer. Aber ich hatte ja einen Tee im Beutel mit in die Hütte genommen, was hier übrigens Gang und Gäbe ist (das kannte  ich schon aus Bolivien, aus Tüten zu trinken). 15 Uhr hatte ich eigentlich die nächste Tour zu den Urvölkern des Parks gebucht, aber die 1,5 h Regeneration hätten nicht ausgereicht und so musste ich einfach erstmal schlafen.


Nach 2 h Tiefschlaf hatte ich mich weitestgehend erholt. Endlich funktionierte das Internet und ich wollte mich erstmal zu Hause melden. Später sind wir essen gegangen in eins der schwimmenden Restaurants und 20:30 Uhr begann die Nachtsafari mit Jeep.






Floating Restaurant 

Wir waren insgesamt 14 Leute in einem Auto. Aber nur einer sahs drin. Wie das gehen kann? Man setze sich auf die Ladefläche und das Dach des Jeeps. Los ging es durch die Nacht auf normalen Asphalt in die Dunkelheit. Dann bogen wir in eine Palmöl Plantage ab. Mit großen Scheinwerfern suchte jemand die Bäume ab. Und schon begegnete uns eine Civetkatze, in der Größe eines großen Dachses mit riesig langen Schwanz. Große Echsen lagen auf den Stämmen und Eulen flogen durch die Nacht. Plötzlich zeigte sich eine Leopardkatze, nicht größer wie eine Hauskatze aber mit der typisch Maserung.

Jeep voll besetzt 


Was war das für ein Gefühl in der Dunkelheit mitten im Dschungel rumzufahren, den Mond zu sehen und die Zirpen der Insekten zu hören. Das ist wieder ein Moment, den ich nie vergessen werde. Jetzt ist es bereits 0:00 Uhr und mein Bett ruft. Morgen geht's in die Cameron Highlands, die Teeplantagen.  

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