Freitag, 24. Juli 2015

Von der Großstadt in den Dschungel

der Bus 

 Heute hat mich mein Wecker um 7:00 Uhr aus dem Tiefschlaf geholt. Ich musste noch schnell die Sachen in den Rucksack packen (gestern war ich viel zu müde dazu) und los. Der Startpunkt der Fahrt mit dem Bus war nur ca. 750m entfernt und so konnte ich gemütlich los laufen.









Dank meiner Planung hat auch alles funktioniert und ich sahs in einem großen, grünen Bus zwischen Niederländern und Dänen, was ich auf der Passagierliste erkennen konnte. Mit 30 min Verspätung sind wir endlich in Kuala Lumpur gestartet.
















Fähranleger Kuala Tembeling
Ca. 1 h später gingen meine Augen auf und ich sah nichts als Grün und Berge. Wow, und das nur 40 km von der Stadt entfernt. So hab ich mir Malaysia vorgestellt. Meinen ersten Affen sah ich kurze Zeit später, wie er oben in der Baumkrone sahs und futterte.








Langboot 
Dann machten wir mitten in den Genting Highlands eine Pause. Und da waren sie endlich, typisch malaiische Stehtoiletten - mir ist es gleich vergangen. Und von wegen die linke Hand gilt als unrein, weil sie auf dem WC zum Reinigen mit dem angebrachten Wasserschlauch dient, die kopftuchtragende Kassiererin gab mir mein Wechselgeld damit. Amüsant war auch, wie hier Regale aufgefüllt werden. Nicht wie bei uns mit vollem Körpereinsatz. Hier setzt man sich gemütlich auf den Fußboden dafür.



Nach zig Kilometern durch grüne Landschaft und kleinen Ortschaften, die sich teilweise vor Müllbergen nicht mehr retten könnten, hielten wir erneut. Genau vor einer Reihe Werkstätten. Ich hab mich schon mindestens einer halben Stunde lang gewundert, warum es hier drin immer wärmer wird. Die Klimaanlage war kaputt und die versuchte man wieder on Gang zu bekommen.







Meine Hütte für die nächsten 2 Tage 
Kälter wurde es dann aber auch nicht. Vielleicht lagen diese Hitzewellen aber auch am Fahrstil des Busfahrers. War ziemlich grenzwertig, wie er durch die Plantagen donnerte. Nun waren wir nach 4, 5 Stunden endlich in Dschungel angekommen. Kuala Tembeling, das Tor zum ältesten Regenwald der Welt -  Taman Negara. Und genau wie Regen fühlte ich mich nach wenigen Minuten außerhalb des Busses an.
Nach einer einstündigen Pause ging es 14 Uhr los mit den Langbooten 3 h entlang des Sungai Tembeling, der mit seiner Ockerfarbe schon bei der Ankunft nicht zu übersehen war. Nun ging es zwei Stunden über Wasser mitten durch den Regenwald. Tiere waren leider keine an den Flussufern. Das Gepäck war nur vorn aufgestapelt und man musste echt aufpassen, dass da nichts ins Wasser fällt z.B. die großen Ziehkoffer, die manche mit in den Regenwald nehmen.

Nach der Ankunft und totaler Übermüdung, durch das Geschunkel auf dem Boot, suchte ich erstmal meine Unterkunft. Vorbei an ziemlich unschönen Ecken, verdreckt von Müll und abgefallenen Palmenwedeln, habe ich nach einer kurzen Suche meine Hütte gefunden. Spartanisch eingerichtet mit 2 Betten und einer Vorkriegssanitäranlage. Aber was solls, das ist der Dschungel. Jetzt war erstmal Wäsche waschen angesagt. Und meine Leine spannte ich über die Veranda.

Gottesanbeterin
Keine 10 min vergangen und mein restlicher Tag nahm eine ungeahnte Wandlung. Ich traf Gill aus Deutschland, Lehramts Studentin. Und ja hier mitten im Dschungel freut man sich schon jemanden aus Deutschland zu treffen. Sie war mit ihrer Mutter hier und hat auch schon die halbe Welt bereist. So was habe ich noch nie erlebt, dass wildfremde Menschen wie du ticken und so verbrachten wir den restlichen Tag zusammen.

Zuerst waren wir am Fluss in den schwimmenden Restaurants etwas essen. Litchi Saft und Hühnersuppe für unschlagbare 3 €.  Wir verstanden uns bestens. Da ich im Internet gesehen habe, dass auf dem anderen Ufer, wo das noble Resort, für Leute, die Geld ausgeben wollen steht, manchmal Tapire vorbei schauen, sind wir mit einem Shuttle auf die andere Flußseite geschippert. Dort war höchste Vorsicht angesagt, denn die ca. 15 m hohen Mango Bäume holten zum Tiefschlag aus. Ein Helm wäre eigentlich Pflicht gewesen.

Da das Tapir nirgends zu finden war, setzen wir uns draußen hin, tranken für unverschämte 4€ ein Exportbier aus Thailand und aßen Mangos, die in Hülle und Fülle von den Bäumen fielen. Und die netten Angestellten des Resort brachten uns noch Teller und Messer. Da kein Tier mehr in Sicht war, fuhren wir zurück, um uns auf der Backpackerseite Bier zu erschwinglichen Preisen zu besorgen, was in einem Land des Islams schwierig ist.

Doch irgendwann wurden wir fündig und mussten doch mal das importierte 16 % Bier aus Holland probieren. Aber trinken kann man das nicht wirklich. Furchtbar. So sollte es wieder Tiger Bier aus Thailand sein. Das nahmen wir und setzen uns auf eine Anhöhe über dem Fluss, quatschen über Gott und die Welt und lauschten den Klängen des Dschungels. 23:45 Uhr war es dann mal Zeit ins Bett zu gehen. Aber vorher musste ich nochmal alle offenen Ritzen der Holzbohlen prüfen, nach achtbeinigen Tierchen. 

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