Freitag, 27. Juli 2018

Die vielen Gesichter Hongkongs...


Heute verließen wir schon gegen 9:30 Uhr unsere Höhle. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Tageslicht geht komplett an einem vorbei und wie das Wetter ist, bekommt man auch nicht mit. Unsere Suche nach Frühstück haben wir ab heute beendet und halten uns an unsere koreanische Tradition. Ein Abstecher zu 7 Eleven, Gimbap (längliche Sushirolle) und Eiskaffee kaufen und ab in den nächsten Park.
Koreanische Gimbap 

ca. 4000 Menschen leben in einem Haus 


Shenzhen, China im Regen 
Für heute Vormittag haben wir uns die Wetlands vorgenommen. Dies ist ein Naturschutzgebiet hoch im Norden von Hongkong an der Grenze zur Volksrepublik China. Auf der langen Fahrt mit U-Bahn und Straßenbahn ragten die hohen Wolkenkratzer von Shenzhen zwischen den Bergen hervor. Da hin kommt man leider nur mit Visum und unsere Zeit würde so und so nicht reichen.

Hongkong Wetlands

Ökosystem eingerahmt von Beton 

Der 60 Hektar große Park ist perfekt für Kinder, aber auch wir waren begeistert. Alleine das Besucherzentrum ist schon 10.000 Quadratmeter groß. Jedoch rückten die Hochhäuser in den letzten 5 Jahren näher an den Park heran und er war mittlerweile eingebettet von Krähnen und Baggern. So viel zum Naturschutz. Dennoch ist es sehr ruhig dort. Gewaltig war die Aussicht Richtung Shenzhen, als die Skyline in einem riesigen Regenband versank.
Mangrovenkrabben 

Sushi to go 


Nan Lian Garden 

Die Wetlands sind sehr schön angelegt mit Mangroven und natürlichem Marschland. Ornithologen sitzen mit riesigen Fernrohren in Unterständen und beobachten Vögel. Diese kommen nämlich aus ganz Asien hier vorbei. Manche sind markiert und wenn man sie entdeckt, gibt es eine Organisation, der man schreiben kann. So können Flugrouten und Paarungsverhalten erforscht werden. 


Nachmittag fuhren wir zum Diamond Hill. Dort besuchten wir den wunderschönen Nan Lian Garden. Der typisch chinesische Landschaftsgarten stammt aus der Zeit der Tang-Dynastie. Malerisch eingebettet in den Hochhausdschungel, findet man hier eine Oase der Ruhe mit unzähligen Bonsaibäumen, Teichen und Pagoden. Gleich dahinter liegt das Chin Lin Nonnenkloster, ein prachtvolles Areal. Die Tempelanlage ist komplett aus Holz, ohne Nägel, erbaut.




Zufällig fanden wir im Internet einen richtig coolen Ort - die Choi Hung Estate. Dies ist ein riesiger Wohnkomplex in dem 43.000 Menschen leben. Es gibt hier sogar 5 Schulen! Jedes der Häuser in dem Betondschungel hat die Farben eines Regenbogens (chinesisch Choi Hung). Das beste ist jedoch das riesige Basketballfeld auf dem Parkdeck mitten im Wohngebiet. Instagramer kommen hier her, um protzig fürs Internet zu posen. Wir fanden die Einheimischen viel interessanter. Ein wirklich toller Ort.




Chin Lin Nunnery 


Hongkong hat uns heute mal wieder gezeigt, dass es nicht nur Asiens Wirtschaftsmetropole ist sondern so viel mehr. Auf einer Fläche von 1104 Quadratkilometern findet man nicht nur eine bedeutende Anzahl von Wolkenkratzern und Shopping Malls. Nein, jeder Stadtteil hat sein eigenes Flair. Im Umland gibt es so viel Natur und die über 260 Inseln sind eine Abwechslung zum Leben im Betondschungel. Abgerundet wird Hongkongs magische Anziehungskraft durch das Südchinesische Meer. Insgesamt werde ich fast einen Monat in Hongkong verbracht haben und habe das Sonderverwaltungsgebiet Chinas immer noch nicht komplett gesehen. Umso trauriger, wenn Kreuzfahrtschiffe anlegen, Passagiere im Victoria Harbour Land betreten und behaupten hier gewesen zu sein.



Choi Hung 













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