Sonntag, 28. Mai 2017

Von grazilen Delfinen und kreischenden Koreaner oder, wie zieht man Leuten das Geld aus der Tasche...

Es war ein schönes Gefühl heute direkt vor dem Ozean zu frühstücken, auch wenn die Auswahl eher dürftig war. Toastbrot (2,40€),  Marmelade (3,20€) und eine Mini Melone (1,95€) haben wir uns gegönnt.


Finde das Auto! 

Gegen 10 Uhr startete unsere Tour über die Insel. Da wir zwei volle Tage hier sind, sind wir heute auf die westliche Hälfte gefahren. Der Plan war alle Sehenswürdigkeiten, die ich vorher rausgesucht hatte, abzufahren. Vor allem aber die Ruhe zu genießen.




Bereits am nächsten Strand, dem Gwakji Beach, waren sie wieder, die Schreihälse und Selfi-Stick Besitzer. Vorbei war es mit Entspannung. Ob sie überhaupt gemerkt haben, auf welchem schönen Stück Erde sie sich befinden, wagen wir zu bezweifeln. Das Posen, aufgehübscht im Sonntagskleid mit Lippenstift und Sonnenhut, für die Smartphone-Meute ist natürlich interessanter wie ein weißer Sandstrand.











Nichts wie weg. Es war noch ein paar Kilometer lang sehr unbefriedigend mit dieser Masse mitschwimmen zu müssen. Und immer an Aussichtspunkten begann das Spiel von neuem. Wenn sie sich wenigstens leise unterhalten würden. Aber nein. Sie schreien. Und wenn nicht dudelt irgendein Handy in einer mörderischen Lautstärke durch die Landschaft.




Um so weiter wir an die Westküste kamen, um so ruhiger wurde es. Jetzt gab es nur uns, das Meer und die Vulkanfelsen. Um die Mittagszeit saßen Familien in den kleinen Pavillons, die wie Minitempel aussehen und aßen. Alles war beschaulicher und nur ein paar Angler standen auf dem Vulkangestein, welches bis zum Meer ragte.









Wir fuhren gemütlich am Wasser entlang, bis sie endlich erschienen sind - Delfine. Und nicht nur ein paar. Nein, ca. 20 Delfine tummelten sich im Wasser und zogen an uns vorbei. Wieder rein ins Auto, umgedreht, schnell weiter gefahren und raus aufs Meer. In Windeseile über die Felsen geklettert und da standen wir direkt am Wasser und schon waren sie da. Sprangen hoch, jagten Fische und rasten durch die Wellen. Fantastisch und so nah.



Dieses tolle Erlebnis rückte kurze Zeit später schon wieder in den Hintergrund. Wir sind im Süden angekommen. Hier gab es einen Felsen, der bei Sonnenuntergang wie ein Drache aussieht. Auf dem Parkplatz standen 5 Reisebusse und zig Autos. Auf dem Weg zum Meer ein Ticket Häuschen. Und zu allem Übel Gekreische aus großen Lautsprechern und eine Schiffsschaukel. Geht's noch?
Sangbansan Mountain 










Wenige Meter weiter steht der Sangbansan Mountain, wie ein großer Klotz in der Landschaft. Unterhalb befindet sich ein Tempel mit einer großen Buddha Statue und wieder ein Ticket Häuschen. Gleich wollte man uns wieder abkassieren. Tempel sind Gebetshäuser und die kosten doch kein Geld. Und genau das stand auch klein geschrieben darunter. Hier war Ruhe und kaum ein Mensch. Auf der anderen Seite kreischten immer noch die Schiffsschaukel und die Touris. Für diese Art von Kultur sind sie eben nicht zu haben.
Sanbangulsa Tempel 










Die Krönung waren aber die nächsten Kilometer. Wir wollten uns Wasserfälle angucken. Bei Nummer 1 waren wieder mal Imbissbuden, Verkaufsstände, 10 Reisebusse und so ein Ticket Häuschen. Und Tschüß! Also los, den nächsten Wasserfall angesteuert. Den muss man irgendwie gesehen haben, da er Asiens einziger ist, der sich direkt im Meer ergießt.




Und wieder: Eintritt! Um einmal diesen blöden Wasserfall zu sehen, wo 100 Koreaner und Chinesen davor stehen und ihre Smartphones samt Selfi-Stick glühen. Die Naturschauspiele waren vorher schon da. Man hat hier außer kommerziellen Schnickschnack (Verkaufsbuden) nichts dazu gebaut. Warum um Gottes Willen muss man da Geld verlangen?













Unser Bedarf war gedeckt. Die Sonne neigte sich schon dem Meer und wir traten die Rückfahrt an. Es ging bis auf 1100m, quer über die Insel, vorbei am 1.950 m hohen erloschenen Vulkan Hallasan. Dieser ist übrigens der höchste Berg Südkoreas.


Sosejongbang Wasserfall 


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