Samstag, 19. Mai 2018

Colombo - zwischen Tradition und Moderne...

World Trade Center 

Unser letzter Tag in Sri Lanka ist angebrochen. Morgen sind wir noch einen Tag in Dubai. Hier, in Colombo, wohnen wir mitten in der Altstadt im Alten Fort, wo alles sehr westlich erscheint. Jedoch ein paar Gehminuten weiter befindet man sich im größten ethnischen Viertel der Hauptstadt - Pettah. Chaotisch geht es hier zu. Busse, Tuk-Tuks, Motorräder und Menschen mit Handkarren ziehen kreuz und quer durch die engen Straßen. Dominiert wird das Viertel von Muslimen. Genauer von Männern. Frauen fand man hier nur wenige. Pettah ist ein riesiger Basar, wo alles angeboten wird, was man zum Leben braucht oder nicht braucht. Dazwischen findet man eine Reihe historischer Bauwerke wie Kirchen und Moscheen.
Cargills Fort 

Sammangodu Tempel 

Man kann es mal erlebt haben, aber ist auch sehr froh wieder da raus zu sein. Orte der Ruhe gibt es in dieser Stadt nur wenige. Alles ist laut und die Abgase, die die Luft verpesten, machen einem wirklich das Atmen schwer. Hinzu kommt die unerträgliche Hitze.


Jami Ul Alfar Moschee 


Im Zentrum der Stadt liegt der riesige Beira See und leider findet er keinen Einklang mit der Umgebung. An seinen Ufern stößt man nur auf Industrie, verbaute Hinterhöfe und vermüllte Parkplätze. Wir wissen nicht ob es an den fehlenden Investoren liegt, aber der Ausbau einer Parkanlage mit Gehwegen rund um den See, würde auch die Stadt attraktiver für Touristen machen. Der Versuch ist bereits mit dem 350 Meter hohem Lotustower gemacht, der sich am Fuß des Sees befindet, aber bereits 6 Jahre Bauzeit verschlang und lange fertig gestellt werden sollte.

Pettah 

Insgesamt kann man sagen, dass Colombo keine schöne Stadt ist. Dies ist zu einem der Umweltverschmutzung mit Müll geschuldet und vor allem dem riesigen Verkehrsaufkommens. Wir verlassen heute Abend Sri Lanka mit gemischten Gefühlen. Im Großen und Ganzen haben wir sehr hilfsbereite und freundliche Menschen kennengelernt. Das Essen hier ist fantastisch und wir haben nirgends nicht gut gegessen. Das Wetter, auch in der Nebensaison, war in Ordnung und meist weniger durch den Monsun geprägt.

Die Natur Sri Lankas mit seinen unendlichen Küsten, Nationalparks und Teeplantagen ist überwältigend. Und nicht zu vergessen die Artenvielfalt der Tiere, die es teilweise nur hier gibt. Viele Begegnungen mit Menschen haben uns geprägt. Wir haben wieder zu uns selbst gefunden und schätzen, was wir haben. Es braucht nicht viel im Leben.

Pettah Floating Market 
Oft wurden uns unsere Grenzen aufgezeigt, vor allem die Tatsache, sein Gesicht nicht zu verlieren, wenn der hundertste Tuk-Tuk Fahrer anhält und in einer Aufdringlichkeit auf dich einspricht. Man muss sich bewusst sein, dass man als Frau hier ein dickes Fell haben muss, um Geschehnisse nicht so nah an sich ran zu lassen.
Lotus Tower 

Beira Lake 
Es ist immer noch ein Land der großen und kleinen Momente. Diese Gastfreundlichkeit, die wir hier erlebt haben, sucht weltweit seines Gleichen. Wer hier herkommt, um in den großen Resorts in der Sonne zu prutzeln ist fehl am Platz. Dieses Land lernt man nur unter den Einheimischen kennen, in den man mit Ihnen ins Gespräch kommt.

So viele Dinge laufen natürlich auch nicht optimal, weil wohl viele nur für ihr Überleben und einigermaßen normales Leben kämpfen. So ist die Umweltverschmutzung und der Umgang mit dieser grandiosen Natur und der riesigen Artenvielfalt nicht das, was man gutheißen kann. Man hofft, das der wirtschaftliche Aufschwung dieses Landes weiterhin vorantreibt und die natürlichen Ressourcen irgendwann gewertschätzt werden und nicht nur als Einnahmequelle dienen.

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