Dienstag, 28. August 2012

Jeden Tag eine gute Tat.....

La Paz Bolivien, den 27.08.2012
Plaza Mayor


Heute morgen wollte ich eigentlich eine Citytour machen, aber als ich auf die Dachterrasse kam, lag La Paz in einem riesen Wolkenschleier. Da gab es heute eine Planänderung. Denn was nutzt der schönste Aussichtspunkt ohne Aussicht.












Iglesia San Francisco
Also habe ich mich alleine auf den Weg durch die Stadt gemacht. Viel gibt es da nicht zu erzählen. Ich habe die wahnsinnigen Eindrücke, die dieses Stadt bietet, genossen. La Paz - ein einziger riesengroßer Markt. Der komischerweise aber erst mittags seine Pforten öffnet. Vor 12 Uhr geht hier nicht viel los.










Calle Jaén


Deshalb will ich euch mal erzählen, was man hier alles auf der Straße kaufen kann. Hauptsächlich sind das die armen Menschen aus El Alto, die runter in das Tal nach La Paz kommen um ihre Waren anzubieten. Eigentlich findet man hier alles und ich rede nicht von Geschäften- sondern Straßenverkäufern, die sich zwischen Hauseingängen platzieren oder auf Bürgersteigen ihre Zelte aufschlagen. Angefangen von Kleidung, Elektroartikel, Hygieneartikel, Nähzeug, Schmuck, Obst, Gemüse, Brot und und und. Wobei bei dem hohen Angebot an Gemüse und Obst die Qualität nach 5 Tagen nichts verkauft sehr zu wünschen übrig lässt.











Plaza Murillo
Beliebt sind hier, wie eigentlich überall auf meiner Reise, die Stände mit Süßigkeiten. Hier kann man sogar geröstete Riesenbohnen und übergroßen gerösteten Mais kaufen. Dann so etwas komisches was aus Mais hergestellt wird, so eine Art Popcorn. Die sind aber so groß wie Cannelloni. Das Hauptgetreide ist ja hier Quinoa, was auch als Müsliriegel, Cornflakes oder geröstet und gepresst angeboten wird. Was eigenartig ist, sind irgendwelche farbigen Flüssigkeiten, wo so eine verschrumpelte Frucht drin schwimmt. Das wird hier in Tüten abgefüllt und daraus auch getrunken.

Goverment Palace
In jeder Ecke dampft eine andere Garküche. Übergroße Töpfe mit Fleisch und Kartoffeln oder irgendwelche Suppen. An jeder Ecke gibt es Empanadas, die gefüllten Teigtaschen mit Fleisch oder Käse. Ein bisschen ungewohnt für unsere Verhältnisse sind Fische, Fleisch, Wurst, Eier, Milchprodukte und wahrscheinlich das Lieblingsdessert der Bolivianer, Götterspeise mit riesiger Sahnehaube, welche einfach so stundenlang in der Sonne brutzeln. Klar ist es hier hundekalt, aber auf 3300m ist es auch extrem warm, wenn die Sonne rauskommt wobei Schattentemperaturen bei 12 Grad liegen.









Plaza del Estadio
Womit wir bei den hygienischen Zuständen wären. Niemals, aber auch niemals auf dem Weg zur Toilette (man kann auch da nicht von Toilette sprechen), in einem Restaurant, an der Küche vorbei kommen und dann noch rein gucken. Es ist katastrophal und man muss es einfach ausblenden können. Wer damit ein Problem hat, wird wohl auf seinem Südamerikatrip hungern müssen. Hier gibt es keine Hygieneaufsicht. Hier würde jeder 5fach durchfallen. 












Plaza San Pedro

Iglesia San Pedro

















Wenn wir gerade bei Toiletten sind ist das ja hier auch so eine tolle Erfindung mit ihren Abwasserleitungen. Papier in die Toilette werfen? Vergesst es! Das wird alles in einem Papierkorb (meist ohne Mülltüte) gestapelt egal von welchem Geschäft. Man kann sich ja vorstellen wie die hygienischen Bedingungen da sind. Habe mich aber nie auf das Spiel eingelassen und immer glücklich ausgeatmet, wenn ich das WC nicht verstopft habe.

















Hier mal paar Preisangaben:

Empanada 0,25€
Cafe´ 0,25€
Jugos (gemixte Säfte/Shakes 600ml) 0,55€
Coca Cola 250ml 0,20€
Pizza Hawaii 3,50€
3 Gang Menü 5,80€
Briefmarke 1,00€
geröstete Nüsse 0,10€













Alles wahnsinnig billig. Das Preisgefälle liegt wahrscheinlich in der Nord-Süd-Achse erkennbar. In Kolumbien (Bogota) war alles teurer wie bei uns, Peru billiger und hier kostet alles kaum etwas.
Und da hier alles nichts kostet habe ich mal versucht was zu testen. Ich wollte mal wissen, wie die bettelarmen Menschen auf Essen und nicht auf Geld reagieren, wenn sie auf den Bürgersteigen sitzen und mit geöffneten Händen da sitzen. Das ist wahrscheinlich anders wie bei uns. In Deutschland wird Geld meist im nächsten Supermarkt in Bier und Schnaps umgesetzt.
Iglesia San Francisco

Ich habe gefüllte Kekse gekauft. 2 große Packungen a´ 10 Abpackungen mit 5 Stk. Inhalt für wahnsinnige 0,70€. Jedes Mal wenn einer bettelte und mich ansprach habe ich sie gefragt, ob sie was essen möchten. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Augen der Menschen geleuchtet haben, als ich meine Kekse auspackt habe. Sie haben sich 1000 Mal bedankt. In Deutschland hätte dich vielleicht noch einer blöd angemacht (zumindest habe ich das einmal so erlebt). Nein, hier haben die Menschen wirklich hunger. Also hat die Jenne heute 20 Obdachlose mit Keksen beschenkt. Erklärt mich für blöd, aber ich fand es schön, dass sie sich gefreut haben und nicht in der nächsten Tonne nach Essensresten kramen müssen.




Morgen gehts auf über 5000m mit abenteuerlicher Fahrstrecke zum Chacaltaya....


1,20m über dem Boden, wer weiß was passiert wenn man das übersieht




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