Heute begann unser letzter Tag in Dänemark. Wir hatten kein konkretes Ziel, sondern wollten einfach Richtung Süden kommen. Aber selbst die reine Fahrt ist eine Augenweide – vor allem dänische Häuser mit dem Reetdach sind wundervoll in der Dünenlandschaft anzusehen.
Wir passierten die Stadt Søndervig, um zu einem lokalen Bäcker zu gehen. Ein letztes Teilchen mit Zimt musste sein. Vielleicht haben wir es etwas übertrieben, aber zu Hause gibt es das nun mal nicht. Zumindest ist die Stadt fest in deutscher Hand. Ein deutscher Biergarten reiht sich an den nächsten. Wir fragen uns: Wer macht so etwas? Sind es die Deutschen, die sich Biergärten hier wünschen, oder sind es die Dänen, die Biergärten hier aufbauen, um Deutsche zu ködern? Aber dieses Phänomen erlebt man ja europaweit. Man fragt sich nur, wie man dann die jeweilige Kultur kennenlernen will.
Für uns ist es irgendwie keine Auslandsreise mehr, wenn nur noch Deutsch gesprochen wird und wir nicht irgendwo unser Handy zur Übersetzung drüberhalten können. Hier in der Gegend brauchst du gar nicht mehr versuchen, auf Englisch eine Bestellung aufzugeben – du wirst sofort mit unserer Sprache konfrontiert. Tatsächlich siehst du auch keine dänischen Kennzeichen mehr, sondern nur noch deutsche.
Wir besuchten noch den Lyngvig Leuchtturm, der am Morgen zwar noch geschlossen war, sich aber sehr idyllisch zeigte. Unser nächstes Ziel war Hvide Sande, ein immer noch ziemlich hübscher Küstenort im südlichen Dänemark. Warum waren wir hier? Natürlich, um die Robben an der Hafenmole zu besuchen. Aber leider waren dieses Mal keine Robben da.
Wir machten uns wieder auf Abwegen – weg von der Hauptstraße, die voller Verkehr war – und zogen über Weideland. Hier und da gibt es auch in Dänemark kleine Verkaufsstände am Straßenrand: Kartoffeln, Brennholz, Gemüse vom eigenen Feld oder Honig.
Trotz touristischer Überlaufung schafft es Dänemark aber immer wieder, auch kleine besondere Momente bereitzuhalten. Der hübsche Keramikladen in Henne Strand hat Vogelgezwitscher als Hintergrundmusik – so auch die Toilette im Filsø-Landschaftspark.
Wir tingelten Richtung Süden. Tatsächlich plätschert der Tag vor sich hin. Die Landschaft ist niedlich, aber bei weitem nicht aufregend. Jeder kleine Strandort sieht genauso aus wie der andere: Eisladen, Hafengrill, Dünen, Läden mit Strandbedarf und massenweise Menschen. Man merkt es daran, dass wir die ganze Zeit überlegen, wo wir letztes Jahr den Hotdog gegessen haben – und in jedem neuen Ort der Meinung waren: „Ach, das war doch hier.“ Vielleicht haben wir auch den Island-Blues. Wo jeder Tag gigantisch war, fühlen sich die Tage danach ziemlich flach an.
Apropos Hotdog – habt ihr mal versucht, an der Küste des Landes einen Hotdog mit Gurkenscheiben und rohen Zwiebeln zu essen? Dann probier das mal aus, ohne dass auch nur ein einziger Krümel nach unten fällt. Hier geht so viel Wind, dass du in kürzester Zeit das Gefühl hast, es baut sich eine riesige Sanddüne um dich auf. Du kannst also froh sein, wenn am Ende die komplette Wurst in deinem Mund landet.
Am Meer können wir immer Zeit verbringen und dort wird es nie langweilig. Das Schöne in Dänemark ist, dass man mit dem Auto auf den Strand fahren kann. Du musst halt nur aufpassen, dass du dich nicht festfährst. In Vejers Strand hieten wir das letzte Mal. Wir gingen spazieren, beobachteten die Kitesurfer und allerhand Quallen, die an Land gespült worden sind.
Wir verabschiedeten uns vom Meer und gingen in der alten Stadt Ribe noch mal einkaufen. Tatsächlich hätten wir nach diesem Erlebnis erst mal eine Woche Urlaub gebraucht. Aber wir konnten uns trotzdem noch aufraffen, uns die Stadt anzusehen – sie ist wirklich wunderschön und die älteste des Landes. Die gesamte Innenstadt wird versucht, autofrei zu halten, und so kannst du wunderbar zwischen den alten Backsteinhäusern auf dem Kopfsteinpflaster auf Entdeckungsreise gehen.
Wir überlegten uns schon, ein Stückchen Richtung Heimat zu fahren, verließen Dänemark am Nachmittag und suchten uns in Schleswig-Holstein einen kleinen Campingplatz auf einer Farm. Tatsächlich hatten wir vorher überlegt, wie das wohl sein wird – mit Gartenzaun und Gartenzwergen. Der Platz ist aber wunderschön und ganz idyllisch irgendwo auf dem Land gelegen. Das Witzige war allerdings, dass uns unsere Nachbarn fragten, ob man denn früh die Brötchen gebracht kriegt oder diese bestellen muss. Na, da fragten sie ja die Richtigen.
Zeit für Reisestatistiken: wir sind 7.775 km mit dem Auto unterwegs gewesen und haben dafür 528,34 Liter Benzin benötigt. Wir fuhren 3.512 km mit der Fähre. Die niedrigste Temperatur lag bei 5°C in Reykjahlid, IS und die Höchsttemperatur erreichten wir am selben Tag in Akuyeri von 26°C. Im Durchschnitt sind wir allerdings bei 11°C aufgewacht und haben die 18°C nicht wesentlich überschritten.
Wir trafen auf unserer Reise auf Papageientaucher - die wir nicht mehr zählen konnten, 102 Robben, 25 Wale (10 Buckelwale, 13 Minkwale und zwei Schweinswale) und einen Polarfuchs. Geschlafen haben wir, die Fähre ausgenommen, in 26 verschiedenen Orten der Färöer Inseln und Island, Dänemark und Deutschland.
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| das Beste - Bier & Tomatensaft |








































